Unter Ergonomie wird die Lehre von der menschlichen Arbeit und die Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten verstanden. Sie ist eine Teildisziplin der Arbeitswissenschaft und zielt darauf ab, an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik die Arbeitsbedingungen dem arbeitenden Menschen anzupassen und zu optimieren. Andersherum gehört auch die Anpassung des Menschen (beispielsweise durch
Ausbildung
,
Einarbeitung
oder Rehabilitation) an die Arbeitsaufgaben und -bedingungen zur Ergonomie.
Um die Arbeitsbedingungen zu optimieren, befasst sich die Ergonomie insbesondere mit dem individuellen Gesundheitsschutz, der zum einen eine menschengerechte Arbeitsgestaltung und zum anderen den Schutz der Psyche umfasst. Ein
Arbeitsplatz
ist demnach dann ergonomisch, wenn er keine Gesundheitsgefahren verursacht und ein angenehmes Arbeiten ermöglicht.
Die eher klassisch ausgerichtete Ergonomie befasst sich vor allem mit der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen und auf die hierbei eingesetzten Arbeitsmittel, die Arbeitsumgebung sowie die optimale Anordnung der Arbeitsmittel. Alle Komponenten eines Arbeitsplatzes von der Arbeitsumgebung (Platzbedarf, Klima, Licht
usw.
) über die eingesetzte Hardware (Computer, Bildschirm, Tastatur
usw.
) bis hin zum Mobiliar (Tisch, Stuhl usw.) einschließlich der Arbeitsläufe werden bei der ergonomischen Gestaltung eines Arbeitsplatzes berücksichtigt.
Arbeitgeber müssen ergonomische Gesichtspunkte in die Planung von Arbeitsplätzen, Arbeitsräumen, technischen Anlagen, Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen einbeziehen (§ 90 Absatz 2 Satz 2
BetrVG
). Die Ergonomie vermittelt den
Beratenden Ingenieuren
der Integrationsämter und der Arbeitsagenturen im Zusammenhang mit der Gestaltung
behinderungsgerechter Arbeitsplätze
wichtige Erkenntnisse.
Ergonomische Aspekte finden sich darüber hinaus im Rahmen der
Arbeitssicherheit
, des
Arbeitsschutzes
und der Unfallverhütung. Durch ergonomische Arbeitsgestaltung sollten
Arbeitsunfälle
, langfristige Schädigungen wie
Berufskrankheiten
oder arbeitsbedingte Erkrankungen und
psychische Beeinträchtigungen
vermieden werden.