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In der Gastronomie klagt man seit langem über den Mangel an Auszubildenden. Die sinkende Zahl der Schulabgänger hat sich längst bemerkbar gemacht. Hinzu kommt, dass Jobs in der Gastronomie
als anstrengend gelten und die Vorstellung arbeiten zu müssen „wenn die anderen feiern“ bei jungen Leuten nicht unbedingt gut ankommt. Die Systemgastronomie macht da keine Ausnahme. Unternehmen wie
McDonald’s haben den Trend zum Fachkräftemangel längst erkannt. Sie werben aktiv für Chancengleichheit und die Einstellung behinderter Azubis und Fachkräfte.
talent
plus:
Was genau war der Auslöser für Sie schwerbehinderte Menschen auszubilden
bzw. einzustellen? Gab es ein konkretes Ereignis?
Stefan Fehr:
Bei McDonald’s hat Vielfalt eine lange Tradition – deshalb legen wir großen Wert auf Chancengleichheit. Diese Chancengleichheit gilt auch für
die Einstellung und Ausbildung von Menschen mit Behinderung, die wir bei McDonald’s voll in unsere Teams integrieren. Wir nehmen unsere soziale Verantwortung wahr und wollen den Anteil von Menschen mit
Behinderung an unseren Mitarbeitern weiter erhöhen. Zudem hat der demographische Wandel dazu beigetragen, dass wir unsere Suche nach Mitarbeitern gezielt ausgeweitet haben. In den letzten zwei Jahren konnten
wir den Anteil schwerbehinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits um knapp 25 Prozent auf 822 Beschäftigte erhöhen. Teams aus Menschen mit und ohne Behinderung sollen bei uns bald überall ganz normal
sein.
talent
plus:
Worin unterscheidet sich in der Praxis die Ausbildung von behinderten und schwerbehinderten Menschen?
Stefan Fehr:
Neben den gesetzlichen Besonderheiten, wie zum Beispiel Sonderurlaub, der Schwerbehinderten zusteht, sind die tatsächlichen Unterschiede
geringer als man gemeinhin vermuten könnte. Natürlich muss man aber auf die möglichen Einschränkungen, die der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin hat, Rücksicht nehmen.
talent
plus:
Was läuft gut? Gibt es einen Mehrwert an den Sie vorab gar nicht dachten?
Stefan Fehr:
Unsere offene Unternehmenskultur hat sich einmal mehr bewiesen und ermöglicht auch Azubis mit Behinderung eine hundertprozentige Integration in
unsere Teams. Trotzdem
lernen wir jeden Tag voneinander und miteinander!
talent
plus:
Wo gibt es Schwierigkeiten?
Stefan Fehr:
Sowohl in den Restaurants als auch in der Verwaltung sind wir gegenwärtig noch dabei, bauliche Herausforderungen zu beseitigen. Im
Arbeitsalltag kann das Tempo einiger Arbeitsabläufe in den Restaurants gerade zu Stoßzeiten herausfordernd sein.
talent
plus:
Wurden Sie bei der Einstellung bzw. der Einarbeitung von externen Beratern unterstützt?
Stefan Fehr:
Wir lernen zum einen in der Praxis von unseren Franchise-Nehmern, die ebenfalls viele Menschen mit Behinderung beschäftigen und ihre
Erfahrungen mit uns teilen. Aber auch Berufsbildungswerke sind ein wichtiger Ansprechpartner im Rahmen der sog. „Verzahnten Ausbildung“. Zudem pflegen wir eine gute Zusammenarbeit mit Integrationsämtern.
talent
plus:
Wie reagieren die Kollegen und die Kunden?
Stefan Fehr:
Wir haben bisher durchweg positives Feedback erhalten und verfügen bereits über viele gute Beispiele.
talent
plus:
Was raten Sie anderen Arbeitgebern?
Stefan Fehr:
Eigentlich gibt es gar keinen Grund es nicht zu tun. Trauen Sie sich, es wird sich in vielerlei Hinsicht lohnen!
talent
plus:
Werden Sie weiterhin behinderte Menschen einstellen und ausbilden?
Stefan Fehr:
Definitiv, diesen Weg haben wir bereits vor einiger Zeit eingeschlagen. Die Zahlen sprechen für sich: Waren 2009 596 Menschen mit Behinderung
bei uns beschäftigt, sind es Ende 2012 bereits 822 Menschen – eine Steigerung von fast 38 %. Für 2014 haben wir uns das Ziel gesetzt 1000 Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen.
talent
plus:
Herr Fehr, vielen Dank für das Interview.
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